Kleinkinder sind im Durchschnitt im Jahr erkältet. 6–7 mal

Mandeln übernehmen wichtige Abwehrfunktion

Im Laufe der ersten zehn Lebensjahre bildet sich das Immunsystem aus. Eine besondere Rolle spielen hierbei die Mandeln: Die Gaumenmandeln sitzen sichtbar hinten im Hals, die Rachenmandel verbirgt sich hinter der Nase im sogenannten Nasenrachen. Die Aufgabe der Mandeln ist es, Viren und Bakterien, die durch Mund oder Nase in die oberen Atemwege einzudringen versuchen, abzuwehren und gleichzeitig Antikörper zu produzieren. Im Kindergartenalter, wenn Kinder oft mit Krankheitserregern in Kontakt kommen, arbeiten die Mandeln auf Hochtouren. Ein Anzeichen, dass das kindliche Immunsystem „trainiert“: vergrößerte Gaumen- und Rachenmandeln.

„Polypen“ bei Kindern und Erwachsenen

Krankhaft vergrößerte Rachenmandeln bei Kindern, die die Nasenatmung behindern, werden fälschlicherweise oft als „Polypen“ bezeichnet. Diese „Polypen" sind jedoch nicht mit den tatsächlichen „Nasenpolypen“ zu verwechseln, die in den Nasennebenhöhlen auftreten und in der Regel nur Erwachsene betreffen.

Mandelentzündungen bei Kindern

Im Rahmen ihrer Abwehraufgaben können sich vor allem die Gaumenmandeln entzünden. Sie sind geschwollen, gerötet und mit einem gelblich-weißen Belag überzogen. Zu den typischen Symptomen einer Mandelentzündung gehören Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Fieber. Meistens handelt es sich um virale Entzündungen, bei denen schmerzstillende und fiebersenkende Mittel zum Einsatz kommen. Bei eitrigen Entzündungen, die durch Bakterien hervorgerufen werden, wird ein Antibiotikum verschrieben.

3­–4 Mandelentzündungen im Jahr gelten für Kleinkinder als normal.

 

Bitte gehen Sie mit Ihrem Kind zum Arzt, wenn ...

  • es über Halsschmerzen klagt,
  • es unter Schluckbeschwerden leidet,
  • Ohrenschmerzen hinzukommen,
  • Sie geschwollene, belegte Rachenmandeln an ihm bemerken,
  • die Lymphknoten Ihres Kindes geschwollen sind,
  • seine Stimme kloßig bzw. belegt klingt,
  • es dazu noch müde und quengelig ist,
  • Fieber als Symptom hinzukommt.

 

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Schnarchen bei Kindern

Entzündet sich die Rachenmandel, schwillt sie an und kann irgendwann so groß werden, dass sie den Nasen-Rachen-Raum blockiert. Folge ist eine behinderte Nasenatmung und verstärkter Sekretfluss aus der Nase. Die kleinen „Rotznasen“ atmen dann nur noch durch den Mund. Dadurch trocknen die Schleimhäute weiter aus, und die Kinder sind besonders anfällig für Infekte – und eigentlich ständig erkältet. Häufig kommen Schnarchen und Schlafapnoe zu den Beschwerden hinzu.

Kinder, die unter Schlafapnoe leiden, schnarchen nicht nur. Bei ihnen verengen die vergrößerten Gaumenmandeln den Rachen so weit, dass es im Schlaf immer wieder zu kurzen Atemstillständen kommt. Da die Kinder kaum noch in den Tiefschlaf kommen, sind sie morgens unausgeschlafen und quengelig. Im Gegensatz zu Erwachsenen, die tagsüber unter Müdigkeit leiden, schläfrig und antriebslos sind, werden müde Kinder eher unruhig und aufgedreht.

    schnarchende Kind hat Schlafapnoe. Jedes 5.

    Bitte gehen Sie mit Ihrem Kind zum Arzt, wenn ...

    • es schon längere Zeit heftig schnarcht,
    • Sie Sprachentwicklungsverzögerungen bemerken,
    • Sie vermuten, dass Ihr Kind nicht gut hört,
    • Sie den Eindruck haben, dass es nachts angestrengt atmet,
    • Ihr Kind oft unkonzentriert, tagesmüde oder übermäßig aktiv ist,
    • es in der Nacht stark schwitzt,
    • es häufig über Kopfschmerzen klagt,
    • es Angst vor dem Schlafengehen hat,
    • die schulischen Leistungen deutlich schlechter werden.

     

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    Hörstörungen bei Kindern

    Weil außerdem oft die „Ohrtrompete“, eine Verbindung zwischen Ohr und Rachen, von der vergrößerten Rachenmandel blockiert wird, ist die Belüftung des Mittelohrs gestört. Es sammelt sich Flüssigkeit im Mittelohr, und ein sogenannter „Paukenerguss“ entsteht.

    Durch den Unterdruck im Mittelohr wird auch das Trommelfell beeinträchtigt und damit das Hörvermögen stark eingeschränkt. Oft erkennt man einen Hörverlust daran, dass ein Kind nicht richtig spricht. Damit ein Kind richtig sprechen lernt, muss es aber gut hören können. Ein länger anhaltender Gehörverlust kann langfristig zu Schwerhörigkeit und zu Sprachentwicklungsstörungen führen.

    Bleibende Schwerhörigkeit bis hin zu Gehörlosigkeit kann bei Kindern auch erblich bedingt oder während der Schwangerschaft oder Geburt erworben sein. In diesen Fällen entwickeln sich Teile des Hörorgans falsch oder verzögert. Bei älteren Kindern ist die Ursache für eine Hörminderung meist eine Ohrentzündung, ein Ohrenschmalzpfropf oder ein Fremdkörper, der im Gehörgang steckt.

     

    aller Kinder haben Schwierigkeiten beim Hören. 1,9%

    Bitte gehen Sie mit Ihrem Kind zum Arzt, wenn ...

    • es nicht auf Geräusche, z. B. die Türklingel, reagiert,
    • Sie manchmal – aber nicht immer – von Ihrem Kind ignoriert werden, wenn Sie mit ihm sprechen,
    • es Probleme mit dem Sprechen hat oder nur langsam anfängt, überhaupt zu sprechen,
    • Ihr Kind zu Hause gut hört und spricht, nicht aber bei Hintergrundgeräuschen, z. B. in der Schule,
    • sich Ihr Kind in einer bestimmten Umgebung gut entwickelt, in einer anderen Umgebung aber Verhaltens-, Sprach- oder Lernschwierigkeiten aufweist.

     

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    Allergien bei Kindern

    Wenn ein Kind ständig erkältet ist, muss nicht immer ein Virus dahinterstecken. Sind Kinder häufig bestimmten Reizstoffen wie Tabakrauch ausgesetzt, kann sich die Nasenschleimhaut entzünden. Es könnte aber auch eine allergische Reaktion sein. Allergien nehmen bei Kindern insgesamt zu. Sie zeigen sich zunächst in einer gehäuften Neigung zu Infekten der oberen Atemwege. Generell sind die Symptome einer Erkältung sehr ähnlich: behinderte Nasenatmung, ständiges Nasenlaufen, tränende Augen, Niesanfälle, Schluckbeschwerden und Schnarchen. Die Schleimhäute der Atemwege können so angegriffen sein, dass sich eine zusätzliche Erkältung besonders schnell festsetzt. Es wird empfohlen, Allergien wie Heuschnupfen frühzeitig zu behandeln, um einen „Etagenwechsel“ der Pollenallergie auf die Bronchien zu vermeiden und damit Asthma vorzubeugen. Allergietests bei Kindern werden grundsätzlich mit den gleichen Verfahren durchgeführt, die auch bei Erwachsenen verwendet werden.

     

    der Kinder und Jugendlichen leiden unter einer allergischen Erkrankung. 26 % 26%

    Bitte gehen Sie mit Ihrem Kind zum Arzt, wenn ...

    • die Augen Ihres Kindes ständig jucken und tränen,
    • Sie bemerken, dass Ihr Kind ständig durch den Mund atmet,
    • seine Nase chronisch verstopft ist bzw. die Nase läuft,
    • es über Juckreiz in Ohren, Mund oder Rachen klagt,
    • es über ein Engegefühl in der Brust jammert,
    • Husten und Atembeschwerden dazukommen,
    • Sie vermuten, dass Ihr Kind eine Allergie hat.

     

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    Wann muss die Rachenmandel raus?

    Die Rachenmandel übernimmt eine wichtige Immunfunktion. Ist sie vergrößert, kann sie aber auch zu Problemen führen, z. B. häufigen Rachenmandelentzündungen, chronischen Mittelohrentzündungen mit vermindertem Hörvermögen oder behinderter Nasenatmung. Sollten diese Symptome über Monate oder gar Jahre bestehen, ist es ratsam, eine Entfernung der Rachenmandel (Adenotomie) durchführen zu lassen.

    Häufig wird dieser Eingriff mit einer kleinen Inzision am Trommelfell kombiniert, um einen chronischen Paukenerguss zu behandeln. Um die Belüftung des Mittelohrs über die kommenden Wochen und Monate wiederherzustellen, kann ein Paukenröhrchen in das Trommelfell gelegt werden – bei Kindern ein Routineeingriff.

     

    Wann müssen die Gaumenmandeln raus?

    Die Indikation zur Mandelentfernung bei Kindern wird heutzutage nur noch nach strengen Kriterien gestellt. Sind tatsächlich vergrößerte Gaumenmandeln die Ursache für kritisches Schnarchen mit nächtlichen Atemaussetzern, ist in der Regel eine operative Verkleinerung nötig. Mit einem Laser wird ein Teil der vergrößerten Mandel entfernt. So bleibt die für Kinder besonders wichtige immunologische Funktion der Mandeln erhalten. Bei einer chronischen Entzündung bis zu sieben Mal pro Jahr werden die Mandeln vollständig entfernt.

     

    Mögliche Behandlungsformen

    • zur Verbesserung der Nasenatmung lokal, z, B. abschwellende Tropfen, Nasensprays
    • schmerzstillende bzw. fiebersenkende Medikamente, Antibiotika
    • operative Eingriffe, z. B. Entfernung der Rachenmandel bzw. Verkleinerung der Mandeln, Paukenröhrchen
    • Immuntherapie (Hyposensibilisierung) bei Allergien

    Ihre Experten für HNO-Erkrankungen bei Kindern

    Das heißt: Mehr Wissen muss zum Patienten, nicht der Patient zu mehr Ärzten. Durch den ständigen Austausch steigern wir die Kompetenz jedes Einzelnen.

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    HNOmedic-Team:  Dr. med. Marc Unkelbach

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