Wann ist die Hörminderung eine Schwerhörigkeit?

Bei einer Hörminderung ab 30 dB in einer Frequenz zwischen 500 und 4000 kHz spricht man von einer Schwerhörigkeit. Diese kann angeboren sein oder sich durch äußere wie innere Einflüsse entwickeln. Je nach Ursache tritt die Schwerhörigkeit akut auf oder setzt schleichend ein, wird mit der Zeit stärker und zu einem dauerhaften Hörproblem, betrifft nur ein Ohr oder beide.

Die 5 Kategorien der Schwerhörigkeit

  1. Normalhörigkeit
    Das Abweichen der Hörfähigkeit bis zu 20 dB gilt noch als normal.
  2. Geringgradige Schwerhörigkeit
    Geräusche mit einer Lautstärke um die 20 dB werden nicht mehr gehört, z. B. das Ticken einer Armbanduhr.
  3. Mittelgradige Schwerhörigkeit
    Werden die Grundgeräusche in ruhigen Wohngebieten am Tage nicht mehr gehört, liegt ein Hörverlust von etwa 40 dB vor.
  4. Hochgradige Schwerhörigkeit
    Liegt ein Hörverlust von mindestens 60 dB vor, kann z. B. ein Gesprächspartner, der normal spricht, nicht mehr gehört werden.
  5. An Taubheit grenzende Schwerhörigkeit
    Bei einem Hörverlust über 80 dB kann man z. B. die Geräusche einer sehr belebten Straße nicht mehr hören. Hört man praktisch nichts mehr, liegt eine Taubheit vor.

Ursachen

Die häufigste Ursache von Schwerhörigkeit sind Abnutzungserscheinungen der für das Hören verantwortlichen Haarsinneszellen. Lässt das Hörvermögen im Alter nach, spricht man von einer Altersschwerhörigkeit. Menschen, die über einen längeren Zeitraum starkem Lärm unzureichend geschützt ausgesetzt sind, können eine Lärmschwerhörigkeit entwickeln. Knall- bzw. Explosionstraumata, z. B. durch explodierende Silvesterböller, schädigen das Hörorgan unmittelbar. Eine akute, anhaltende einseitige Hörminderung, eventuell Taubheit, die auch in Kombination mit Schwindel und Tinnitus auftreten kann, gibt Hinweis auf einen Hörsturz eine Menière-Erkrankung.

Menière-Erkrankung

Morbus Menière ist eine eher seltene Erkrankung des Innenohrs. Kennzeichen sind akute Schwindelattacken und Übelkeit („Innenohrmigräne“) sowie Ohrgeräusche und Schwerhörigkeit, die meist einseitig auftreten – und bestehen bleiben können. Da die Ursachen der Erkrankung ungeklärt sind, lassen sich nur die Symptome behandeln – entweder medikamentös oder operativ.

Bitte gehen Sie zum Arzt, wenn ...

  • Sie plötzlich auf einem Ohr schlechter oder gar nichts mehr hören,
  • auch Ohrengeräusche und Schwindel zu den Beschwerden hinzukommen,
  • akut stechende Ohrenschmerzen Hörprobleme auftreten,
  • Sie öfter das Gefühl haben, alle anderen würden undeutlich sprechen,
  • Sie sich nahe zu Ihrem Gesprächspartner beugen müssen, um ihn zu verstehen,
  • Unterhaltungen auf lauten Partys besonders anstrengend für Sie sind,
  • Sie Ihre Gesprächspartner beim Telefonieren nur noch schlecht verstehen,
  • man Sie schon mal auf die Lautstärke Ihres Radios bzw. Fernsehers angesprochen hat.

 

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Diagnose

Egal ob akute oder chronische Schwerhörigkeit, bereits die geschilderten Symptome und die Krankengeschichte können Hinweise auf Ursache und Art der Schwerhörigkeit geben. Oft lässt sich schon nach einem kurzen Blick ins Ohr eine Diagnose stellen, z. B. ein Ohrschmalzpfropf im Gehörgang oder Schäden am Trommelfell. Nach einer Reihe von Hörtests schließen sich, je nach Verdacht, weitere Untersuchungen an.

 

Behandlung

Sind die Hörsinneszellen nur kurzzeitig angegriffen, etwa nach dem Besuch eines lauten Konzerts, ist Ruhe die beste Medizin. Ein plötzlicher Hörverlust, z. B. verursacht durch einen Hörsturz oder eine Mittelohrentzündung, vergeht wieder, wenn die Ursache behandelt wurde, z. B. durch Medikamente. Bei versteiften Gehörknöchelchen oder Wucherungen bzw. Tumoren können auch operative Eingriffe angezeigt sein.

Hörgeräte: Je früher, desto besser!

In der Regel wird der Arzt dann ein Hörgerät verordnen, wenn ein Hörverlust von mindestens 30 dB vorliegt. Dabei ist immer ein Gewöhnungs- und Übungsprozess notwendig, um dem Gehirn zu ermöglichen, sich auf die Hörhilfe einzustellen. In manchen Fällen, z. B. bei weit fortgeschrittener Schwerhörigkeit oder bei Kindern mit angeborenen und schwerwiegenden Hörschäden, sind Hörimplantate sinnvoller.

Mögliche Behandlungsformen

  • Hörgerät
  • Hör- und Konzentrationstraining
  • Cochlea-Implantat, Mittelohrimplantate
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